Welche Rolle spielen Geologie und Geotechnik in unseren Untertage-Deponien? Zwei Mitarbeiter von K+S erzählen, was sie an ihrer Arbeit fasziniert.

Der Geologe

Dr. Stefan Höntzsch ist Senior Geologist bei K+S, seine Leidenschaft für den Beruf spürbar: „Als Geologe im Kali- und Steinsalzbergbau bin ich ein Wanderer zwischen den Welten: Erdschichten, die vor mehr als 250 Millionen Jahren entstanden sind, erlebe ich tagtäglich hautnah und dreidimensional! Wir arbeiten in Tiefen von bis zu 1500 Metern, sehen einzigartige Ablagerungen und Strukturen, die so nur an wenigen Orten der Welt vorkommen.“

Die Untertage-Deponien von K+S sind mehrfach gesichert – durch geologische und technische Barrieren. Doch sind bei K+S die geologischen Barrieren das eigentlich Besondere, erklärt Dr. Stefan Höntzsch: „Das sind mächtige Schutzschichten, die unsere Lagerstätten gegenüber dem Einfluss von Wasser schützen. Über und unter den Kaliflözen haben wir überall mindestens 50 Meter Salz, oft sind die Schichten bis zu 300 Meter mächtig. Zum Vergleich: Das entspricht einem 70- bis 80-stöckigen Wohngebäude! Wirklich einmalig ist aber, dass darüber noch mehr als 30 Meter dicke Tonsteinschichten folgen. Sie sind unsere Grundwasser-Stopper.“

Der Geotechniker

An dieser Stelle kommt Stefan Höntzschs Kollege, Dr. Jan-Peter Schleinig, ins Spiel: Aus den Aussagen der Geologen zum Aufbau der Salzlagerstätten errechnet der Geotechniker die Standsicherheit der Grubengebäude, „denn wir müssen diese ja bis weit in die Zukunft nachweisen – so fordert es die Deponieverordnung.“

„Das Besondere am Salz ist seine Fließfähigkeit, durch die es die eingelagerten Abfälle dicht umschließen wird – wie dicker, sehr zäher Honig. Das geschieht so langsam, dass das Salz sich rissfrei bewegt. Und das heißt, unsere Barrieren bleiben intakt. Auf diesem Prinzip basiert der Langzeitsicherheitsnachweis.“

Dr. Jan-Peter Schleinig erklärt, wie ein solcher Nachweis zustande kommt: „Wir formulieren die Aufgabe zur Nachweisführung und beauftragen externe Fachingenieure, deren Einschätzung im Antrag enthalten sein muss. Einlagern dürfen wir nur, wenn der sichere Einschluss der Abfälle in den Hohlräumen belegt wird.“

„Los geht’s“, so Dr. Schleinig, „mit Geologie, bergbaulicher Situation und Abfallchemie, gefolgt von Angaben zum Mehrbarrieren-System. Dann der geotechnische Nachweis, bei dem wir mit einem Modell den Ist-Zustand berechnen und das gebirgsmechanische Verhalten des Deponiebereichs in der Zukunft prognostizieren. Und schließlich die Bewertung möglicher geologischer Ereignisse, die in der Region denkbar wären, Vulkanismus etwa.“

Auch für den Geotechniker ist es der Umgang mit der Natur, der ihn seit fast zwanzig Jahren bei K+S fasziniert: „Die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Abbaus sowie  dessen Nachnutzung zur langzeitsicheren Verbringung von Abfällen gebirgsmechanisch zu bewerten, ist eine hochspannende Aufgabe. Unsere Berechnungen sind die Grundlage für einen sicheren, nachhaltigen Bergbau und für die umweltverträgliche Abfallentsorgung. Also eine Aufgabe von echter Relevanz.“

 

Mehr demnächst …

Mehr demnächst …

Diese Rubrik ist als Serie konzipiert, es folgen weitere „Einblicke“.